Hoyerswerda, 2. November 2026. Hass im Netz ist kein Randphänomen mehr – er bedroht die Gesellschaft, die Stadt und vor allem junge Menschen. Genau hier setzte die Demokratiekonferenz „Hass auf stumm – Dialog an!“ der Partnerschaft für Demokratie Hoyerswerda an: Rund 35 Engagierte kamen am 2. November ins Kinghaus, um gemeinsam Strategien gegen digitale Hetze zu erarbeiten.
Nach der Begrüßung durch Cindy Paulick, Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Hoyerswerda, und durch den Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh, beleuchtete Fluky Bauer in deren Impuls u.a. die Unterschiede zwischen Gen Z und Gen X. Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden ab 17 Uhr in vier parallelen Workshops aus – so unterschiedlich die Zugänge, so eindeutig das Ziel: besser verstehen, wie Hass im Netz funktioniert, und wirksamer darauf reagieren.
Der Workshop „Neonazismus im Netz“ von der AGJF Sachsen (Projekt pro:dis) beleuchtete jugendliche Lebenswelten im Netz, neonazistische Kommunikationsstrategien und Radikalisierungsverläufe – und wie pädagogische Fachkräfte im Kontakt mit Jugendlichen darauf reagieren können. Arbeit und Leben Sachsen widmete sich unter dem Titel „Hass im Netz und Gegenrede“ den Mechanismen digitaler Hetze und der Frage: Wie gelingt konstruktive Gegenrede? Beim Argutraining von Fluky Bauer – „Wer hat dir denn wehgetan?“ – trainierten die Teilnehmenden rhetorische Kniffe und technische Tools, um Hate Speech zu erkennen und geschickt zu begegnen. Und der Workshop des NDC, „Hass und Hetze im Klassenchat“, gab Eltern und Schulpersonal einen teils erschreckenden Einblick in die Erfahrungswelt junger Menschen – mit konkreten Impulsen, wie man das digitale Miteinander im Klassenraum oder am Abendbrottisch positiv begleiten kann.
Am Ende war sich die Runde einig: Gegenrede braucht Zivilcourage – und lokale Bündnisse. Die Konferenz bot nicht nur Information, sondern vor allem Austausch und Vernetzung – genau das, was der Titel einlöst: statt Hass auf stumm, der Dialog an.
Die Demokratiekonferenz ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, gefördert durch das BMBFSFJ sowie den Landespräventionsrates Sachsen und konnte dank dieser Unterstützung kostenlos besucht werden.
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